3 Tage auf dem Harzer Hexenstieg – 100 km im Oktober 2025
Hey, ich bin Pascal (Trail.mit.mir) und möchte hier meine Erfahrungen und Eindrücke meiner letzten Trekkingtour mit euch teilen.
Es ging in den wundervollen Harz, bekannt durch die höchste Erhebung Sachsen-Anhalts: den Brocken. Doch dazu später mehr.
Tag 1 – 29,6 km von Osterode nach Altenau
Zum Start führte es uns logischerweise durch den bekannten Pavillon. Direkt zu Beginn absolvierten wir bereits die ersten Höhenmeter.
Ein kleiner Tipp am Rande: Wer asphaltierte Wege gerne meidet, sollte sich bewusst sein, dass auf dieser Tour einige davon auf euch warten.
Schon früh wurden wir Zeugen der Auswirkungen des Borkenkäfers. Die kargen Flächen hatten stellenweise einen Hauch von postapokalyptischem Fallout-Flair. Dennoch absolut lohnenswert, denn die Landschaft überrascht immer wieder mit malerischen und atemberaubenden Ausblicken.
Der erste Tag führte uns tief in die Täler des Harzes und vorbei an vielen vom Borkenkäfer gezeichneten Wäldern. Ein großes Plus des gesamten Trails ist die hohe Dichte an Schutzhütten – ein echter Segen, um in den Pausen kurz die Füße hochlegen zu können.
Das Wetter hätte kaum besser sein können. Strahlender Sonnenschein im Oktober machte den Weg größtenteils im Baselayer machbar. Erst am Abend wurde es deutlich stürmischer.
Alles in allem ein gelungener Start in den Trail, den wir etwas abseits der Route in unserem Zelt auf einem Campingplatz beendeten.
Tag 2 – 36,3 km über den Brocken
Tag zwei führte uns zum vermeintlichen Highlight der Tour: dem Brocken im Harz.
Kleiner Spoiler – mein persönliches Highlight folgte später.
Morgenstimmung und Aufstieg
Die erste Nacht war absolut entspannend. Prasselnder Regen auf dem Zeltdach und das leise Rauschen eines Bachlaufs ließen mich schlafen wie auf Wolke sieben.
Der Start in den Tag führte uns über einen wunderschönen Singletrail, der durch das nächtliche Wetter noch einmal deutlich abenteuerlicher wurde.
In der ersten Ortschaft füllten wir unsere Wasservorräte auf und ich gönnte mir einen kleinen Souvenir-Magneten für den Kühlschrank – eine kleine Schwäche von mir.
Der anschließende Aufstieg zum Brocken selbst war leider überwiegend asphaltiert. Dafür wurden wir stetig vom Blick auf den Gipfel und der urigen Brockenbahn begleitet.
Oben auf dem Brocken
Oben angekommen war die Ernüchterung für mich recht groß. Was im Vorfeld als Top-Spot galt, entpuppte sich als der unspektakulärste Teil der gesamten Tour. Zu viel Tourismus, zu wenig Ruhe.
Für Familien ist der Brocken sicherlich empfehlenswert – für mich als Wanderer, der die Stille sucht, eher nicht.
Also ging es zügig weiter bergab, vorbei an weiteren Ortschaften und beeindruckenden Landschaften, die uns viele schöne Erinnerungsfotos bescherten.
Nach etwa 34 Kilometern liefen wir die letzten Meter in absoluter Dunkelheit. Gut, dass wir unsere Stirnlampen dabeihatten.
Völlig erschöpft angekommen, bauten wir unser Nachtlager auf und bereiteten unser Abendessen zu.
Dank der Möglichkeit, Outdoor-Ausrüstung zu mieten oder zu leihen, war ich für das herbstliche Klima optimal ausgestattet. Gerade wenn man nicht für jede Jahreszeit eigene Ausrüstung besitzt, ist das eine enorme Erleichterung.
Für diese Tour waren vor allem Schlafsäcke mieten, Isomatten mieten und Zelte mieten ideal geeignet.
Tag 3 – 34,6 km bis Thale, dem Ziel des Trails
Tag drei begann früh. Im Dunkeln ließ sich nur erahnen, welche Aussicht uns an diesem Platz erwartete – einfach traumhaft.
Der Start des Tages führte uns durch dichte Wälder und kleine Ortschaften. Leichter Regen begleitete uns in den frühen Morgenstunden, während die Bode unser stetiger Begleiter blieb.
Wir nutzten jede Schutzhütte, um noch einmal Kraftreserven zu mobilisieren. Unser Ziel war klar: Ankunft in Thale gegen 19:00 Uhr, um rechtzeitig den Zug zurück nach Osterode zu erreichen.
Mein persönliches Highlight – der Bodekessel
Und dann kam mein persönliches Highlight der gesamten Tour: der Weg durch den Bodekessel.
Für mich als passionierten Bergwanderer pure Entspannung. Ein klammähnliches Gefühl, kombiniert mit alpinen Pfaden und beeindruckender Natur.
Nach all den Kilometern eine absolut lohnende Herausforderung. Dieses Naturschauspiel ist ein Muss für jeden, der den Harz besucht.
Endlich am Ziel angekommen, folgte noch ein letztes Selfie vor der Ziellinie.
Fazit zum Harzer Hexenstieg
Der Harzer Hexenstieg ist ein gelungener Trail, der auch für Anfänger wie mich – es war meine erste Trekkingtour – gut machbar ist.
Für komplette Wanderneulinge würde ich jedoch zu mehr Etappen raten.
Wir haben uns bewusst für drei lange Tagesetappen entschieden, da wir kilometerreiche Wanderungen gewohnt sind.
Ein Erlebnis, das definitiv Lust auf weitere Trekkingtouren gemacht hat.
Autor: Pascal
Instagram: #Trail.mit.mir